Abenteuer Bootskauf

Jetzt ist es offiziell: Ich habe gerade ein Boot gekauft! Aber wie kam es dazu? Was habe ich mir dabei gedacht und warum habe ich gerade dieses Boot gekauft? Oder noch allgemeiner: Warum habe ich überhaupt ein Boot gekauft?

Ich war zum ersten Mal segeln als ich drei Monate alt war, auf dem Boot meines Großvaters in Holland. Später, in meiner Kindheit und Jugend verbrachte ich meine Sommerferien in der Bretagne (Frankreich), wo ich mit der Jolle meines Vaters segelte, aber auch in Holland auf dem Boot meines Großvaters. Und im Winter verschlang ich Bücher über Abenteuer auf See, wie die Reiseberichte der Segellegenden Wilfried Erdmann und Bobby Schenk, aber auch Geschichten über die Zeit der Windjammer, wie die Bücher von Jack London. Für mich stand immer fest, dass ich eines Tages die Weltmeere auf eigenem Kiel überqueren würde.

Zu Beginn meines Studiums waren zunächst andere Träume wichtiger. Aber als ich die Möglichkeit bekam, als Crew auf dem Schooner Zodiac zu arbeiten kam meine Sehnsucht nach dem Meer stärker denn je zurück. Während dem Rest meines Studiums verbrachte ich mehr als 10 Monate als Crew auf verschiedenen Großseglern wie der Roald Amundsen und der Bark Europa, auf der es mich sogar bis in die Antarktis verschlug.

Obwohl ich immer noch denke, dass Großsegler eine tolle Möglichkeit bieten, die Kunst der Seemannschaft zu erlernen, so ist man doch immer Teil einer großen Crew. Entscheidungen über den Reiseverlauf und Zwischenstopps werden vom Kapitän allein getroffen, häufig auf Grundlage eines fixen Zeitplans. Der Kauf eines eigenen Bootes würde mich von solchen Zeitplänen befreien (mit Ausnahmen der empfohlenen Reisezeiträume basierend auf den Hurricane-Saisons).

Momentan arbeite ich als Wissenschaftler an einer Uni in Süddeutschland und schreibe an meiner Doktorarbeit. Während der ersten drei Jahre meiner Anstellung konnte ich etwas Geld beiseite legen und so den ersten Schritt in Richtung zukünftiger Abenteuer auf See gehen: Ich habe ein Boot gekauft!

Es ist eine Laurin Koster 32, 1965 in Malmö/Schweden gebaut.

Das Boot zu kaufen war keine Hals-uber-Kopf Entscheidung, sondern ein langer Prozess des Überlegens, Träumens, Informierens und Besichtigen verschiedenster Boote.

Die erste Entscheidung war die Materialfrage: Holz, Stahl, Aluminum, Ferrozement oder GFK? Hier ist der Grund, warum ich mich für GFK entschieden habe (auch wenn ich auch Boote aus anderen Materialien besichtigt habe).

Die nächste Frage war, welche Größe ich möchte (oder brauche). Hier erkläre ich, warum ich mich für ein Boot um die 30 Fuß entschieden habe.

Jetzt bleibt die Entscheidung zwischen Kurz- und Langkieler. Ich entschied mich für einen Langkieler.

Nachdem diese grundsätzlichen Entscheidungen getroffen sind gibt es immer noch eine große Auswahl an Booten die potentiell passen würden. Ich habe mir einige angesehen, sowohl in Norddeutschland als auch am Bodensee.

Während ich eine IW31 in Hamburg besichtigt habe entdeckte ich ein anderes Boot am Steg, welches sich als die wunderbar restaurierte Laurin Koster Ariane herausstellte. Ich hatte schon über diesen Bootstyp gelesen und war beeindruckt wie gepflegt sie war, aber auch wie stabil und seetüchtig sie wirkte.

Wieder daheim habe ich mir die Anzeigen auf der Typenseite noch einmal angesehen und sah ein Boot namens “Trixi” in Norddeutschland, das zu einem Winterpreis gelistet war, der meinem Buget entsprach. Ich habe sofort den Besitzer kontaktiert und meinen nächsten Besuch in Norddeutschland genutzt um das Boot zu besichtigen.

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