Bootskauf: Die Materialfrage

Die erste Frage beim Bootskauf ist die Wahl des Bootsbaumaterials. Boote auf dem Markt sind entweder aus Holz, Stahl, Aluminum, Ferrozement oder GFK (Glasfaser Verstärkter Kunststoff). Das Ziel ist es, das Material zu finden, das bezahlbar, haltbar und leicht zu reparieren und zu warten ist. Hier sind meine Gedanken dazu und warum ich mich letztendlich für ein Boot aus GFK entschied:

Holz

Ich liebe Holzboote (Ich habe mal folgendes Zitat gelesen: “Wenn Gott wollte, dass wir Boote aus Glasfasern bauen hätte er Glasfaserbäume wachsen lassen.”). Allerdings würde ich in meiner aktuellen Situation (ich wohne in Deutschland so ziemlich maximal weit weg vom Meer) nicht in der Lage sein, einem Holzboot die nötige Pflege und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Außerdem sind Holzboote in den Tropen, wo ich gerne mal hinsegeln würde, ein permanenter Kampf gegen Holzbohrwürmer und UV-Schäden an Deck. Darum war es in meinem Fall leider ratsam, ein anderes Material zu wählen…

Stahl

Stahl ist ein guter Kompromiss zwischen Preis (es gibt echt viele echt günstige Stahlboote) und Haltbarkeit (Stahl ist wahrscheinlich die beste Wahl wenn man einen Container oder ein Riff rammt). Allerdings kenne ich mich leider nicht wirklich mit dem Material aus (ich kann zum Beispiel nicht schweißen) und ich habe keine Erfahrung, wie man sichergeht ob die Wandstärke dick genug ist, oder ob der Rumpf unter dem Zement in der Bilge schon durchgerostet ist. Also habe ich mich auch gegen diese Option entschieden…

Aluminium

Aluminium scheint das perfekte Material für ein Boot zu sein, insbesondere wenn das Aussehen nicht so wichtig ist (aber selbst dann kann man auch Aluminium mit Farbe beschichten…). Aluminium ist so stabil wie Stahl, leicht und rostet nicht. Obwohl es auch hier Probleme gibt, wie zum Beispiel Elektrolyse, und das Schweißen komplizierter ist als bei Stahl würde ich wahrscheinlich ein Aluboot kaufen, wenn ich es mir leisten könnte. Leider sind solche Boote aber momentan nicht in meinem Budget…

Ferrozement

Ferrozement klingt nach einem komischen Material für ein Boot. Warum sollte ich Beton nehmen, ein Material das schon so klingt als würde das Boot sinken wie ein Stein. Erstaunlicherweise hat sich das Material als sehr nützlich im Bootsbau herausgestellt, insbesondere wenn Gewicht nicht der entscheidende Faktor ist. Es ist recht einfach, ein Boot auf diese Weise zu bauen und viele Selbstbauer in den 70ern haben sich daran versucht. Das Problem bei dem Material ist, dass es fast unmöglich ist, seinen Zustand zu überprüfen. Wasser, dass durch Haarrisse eintritt und die Stahl-Verstärkungen korrodieren lässt klingt nicht nach einer sicheren Wahl. Das schlägt sich auch im Preis solcher Boote nieder. Man findet nicht selten 50-60-Fuß Boote für 20.000 Euro. Klingt nach einer Versuchung, ist mir aber zu riskant…

GFK

Bleibt also nur noch GFK als logische Wahl. Diese Boote gibt es nun seit einem halben Jahrhundert und das Material hat sich als viel dauerhafter herausgestellt als irgendjemand zu Anfang dachte. Natürlich gibt es Probleme wie Osmose oder Wassereintritt und Delamination bei Sandwich-Konstruktionen. Aber auch wenn diese Probleme den Wiederverkaufspreis eines Bootes merklich senken habe ich noch nie von einem Boot gehört, dass aufgrund von Osmose gesunken ist.

1 Kommentar

  1. […] erste Entscheidung war die Materialfrage: Holz, Stahl, Aluminum, Ferrozement oder GFK? Hier ist der Grund, warum ich mich für GFK entschieden habe (auch wenn ich auch Boote aus anderen […]

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